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Was ist der Bau-Turbo? – Ein Antrieb für Neues Denken im Baurecht.

Im Umsetzungslabor wurde am Montag mit hundert geladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv diskutiert - unser Team war teils vor Ort in Berlin, teils online mit dabei.

Die Meinungen reichten von Begeisterung über neue Freiräume bis hin zu Bedenken und Unsicherheit. Der Haupttenor ist jedoch „Wo gehobelt wird, fallen Späne - aber wir sollten den Mut haben, dies auszuhalten.“

Mit der neuen Gesetzgebung bekommt der Wohnungsbau frischen Rückenwind - zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2030.

Der neue § 246e BauGB ermöglicht Gemeinden mit einem angespannten Wohnungsmarkt von planungsrechtlichen Vorgaben abzuweichen. Bereits nach einer dreimonatigen Prüfung kann zusätzlicher Wohnraum ohne Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes zugelassen werden.

Mit den Anpassungen von § 31 Abs. 3 und § 34 Abs. 3b BauGB werden zusätzliche Flächenpotenziale erschlossen - für mehr Wohnraum durch Nachverdichtung, beispielsweise Aufstockung und neue Möglichkeiten im unbeplanten Innenbereich.

Für uns ist der Bau-Turbo mehr als nur eine rechtliche Neuerung - er ist eine Einladung zum Umdenken. Eine Chance, mutiger zu entscheiden, schneller zu handeln und dazu beizutragen, dass dringend benötigter Wohnraum Wirklichkeit wird. Diese Herausforderung möchten wir im gemeinsamen Dialog mit Verwaltungen und Bauämtern annehmen. Wir glauben daran, dass aus Bedenken Bewegung und aus Verhinderern Möglichmacher werden können - wenn wir gemeinsam an Lösungen arbeiten. Wir bauen darauf, dass berechtigte Anliegen konstruktiv in den Prozess eingebracht werden können, ohne Vorhaben komplett auszubremsen. Nur so kann der Bau-Turbo halten, was sein Name verspricht: Beschleunigung statt Bürokratie. Damit am Ende alle gewinnen: Kommunen, Wirtschaft und vor allem die Menschen, die Wohnraum suchen.

Jetzt ist der Moment, dieses Experimentierfeld als echten Freiraum zu begreifen - und ihn mutig zu nutzen.
Wir sind bereit, gemeinsam mit allen Beteiligten neue Wege zu gehen und die ersten Projekte auf den Weg zu bringen.

Denn gebaute Gedanken entstehen dort, wo planerische Qualität auf pragmatisches Handeln trifft - im Miteinander von Mut und Machen.